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Demenz

Zu Broschüren Was versteht man unter Demenz?
Zu Broschüren Diagnose einer Demenz?
Zu Broschüren Mögliche Formen
Zu Broschüren Verlauf der Alzheimer-Demenz (Kurzüberblick)
Zu Broschüren Behandlungsmöglichkeiten

In Deutschland leben nach Hochrechnungen etwa 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz. Heruntergerechnet auf Thüringen bedeutet dies, dass im Freistaat etwa 45.000 Menschen1 an einer Demenz erkrankt sind. Dadurch, dass die durchschnittliche Lebenserwartung ständig steigt und das Alter der Hauptrisikofaktor für eine dementielle Erkrankung darstellt, gehen Experten davon aus, dass sich die Häufigkeit der Krankheitsfälle in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln wird.

1Hochrechnung auf Basis der Bevölkerungszahlen vom 31.12.2015 des Thüringer Landesamtes für Statistik.

Was versteht man unter Demenz?

Der Begriff Demenz (= ohne Geist; lat.) bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die durch Einschränkungen geistiger Leistungen (besonders Gedächtnisleistungen) und durch die Veränderung des Sozialverhaltens und der Persönlichkeit des Erkrankten gekennzeichnet ist. Demenzerkrankungen führen zu Beeinträchtigungen des täglichen Lebens und sind langfristig mit Pflegebedürftigkeit verbunden.
Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen steigt mit dem Lebensalter an: Während in der Altersgruppe der 65-69jährigen weniger als zwei Prozent erkranken, sind es bei den 85-89jährigen ca. 25% (jeder vierte).

Diagnose einer Demenz

Meist ist es der Erkrankte selbst, der die ersten Symptome bemerkt, diese aber versucht zu verheimlichen. In der Regel übernehmen Angehörige die Initiative, dass Veränderungen durch einen Arzt abgeklärt werden, was oft nicht einfach ist, da der Erkrankte Angst vor der Bestätigung seiner Befürchtungen hat.
Der Arzt befragt den Patienten und die Angehörigen ausführlich zu Veränderungen des Gedächtnisses, der Sprache, der Orientierung, der Planungs- und Urteilsfähigkeit, der Stimmung, des Verhaltens und der Persönlichkeit. Zusätzlich werden psychologische Tests eingesetzt.
Darüber hinaus werden körperliche und neurologische Auffälligkeiten abgeklärt und Laboruntersuchungen (Blut, EKG) durchgeführt. Um Veränderungen der Hirnstruktur festzustellen, werden folgende apparative Untersuchungen gemacht (nicht alle gehören dabei zur Basisdiagnostik):
zur Darstellung der Hirnstruktur

  • Computertomographie (CT)
  • Magnet-Resonanz-Computertomographie (MRT)

zur Darstellung der Hirnfunktion

  • Elektronen-Enzephalogramm (EEG)
  • Single-Photon-Emmissions- Computertomographie (SPECT)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
Werden erste Anzeichen einer Veränderung festgestellt, ist es sinnvoll den Hausarzt aufzusuchen, der den Gesundheitszustand des Betroffenen gut kennt und Veränderungen wahrnimmt. Für die fundierte Diagnostik und zur Abklärung, welche Form der Demenz vorliegt, ist es empfehlenswert,einen Neurologen / Psychiater bzw. eine geriatrischen Fachklinik / Tagesklinik aufzusuchen. Sollte dies nicht automatisch durch den Hausarzt erfolgen, erfragen Sie die nötigen Überweisungen.

Mögliche Formen

Einer Demenzerkrankung können die verschiedensten Ursachen zu Grunde liegen. Die häufigsten Formen sollen folgend genauer erläutert werden:

Bei den primär degenerativen Demenzformen ist die häufigste diagnostizierte Ursache die Alzheimer-Krankheit. Dies ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen des Gehirns zunehmend untergehen. Über die Ursachen für diesen Abbau gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Es scheinen unterschiedliche Faktoren eine Rolle zu spielen. Aus mikroskopischen Untersuchungen weiß man jedoch, dass durch krankhafte Ablagerungen (Amyloid-Plaques, Neurofibrillenbündel) im Gehirn erst die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen zerstört werden und dann die Nervenzelle selbst zugrunde geht. Somit entsteht ein degenerativer Abbau der Gehirnsubstanz im betroffenen Gebiet.

Eine weitere Form stellt die Frontotemporale Demenz dar. Diese Form ist gekennzeichnet durch den Untergang von Nervenzellen im Frontal- und Temporallappen des Gehirns. Das durchschnittliche Erkrankungsalter einer Frontotemporalen Demenz liegt bei 58 Jahren, wobei es Erkrankte bereits im vierten Lebensjahrzehnt oder früher gibt, aber auch Erkrankte, die in den höheren Lebensaltern eine solche Demenz entwickeln. Bei der Frontotemporalen Demenz (auch „Morbus Pick“ genannt) stehen Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens zunächst im Vordergrund. Im Verlauf der Erkrankung entwickeln sich zusätzlich Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Sprache, der Orientierung usw. Die Veränderungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens können in einem zunehmenden Desinteresse an der sozialen und beruflichen Umwelt münden, auch das Taktgefühl und Einfühlungsvermögen wird verloren. Während bei einer Gruppe der Erkrankten die ausgeprägte Antriebslosigkeit im Vordergrund steht, gibt es andere Erkrankte, bei welchen eher die Enthemmung und Distanzlosigkeit bei gleichzeitig nachlassender Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen und auszudrücken, dominieren.

Eine weitere degenerative Demenzform stellt die Demenz mit Lewy-Körperchen dar. Sie ist gekennzeichnet durch Fluktuation der kognitiven Leistungsfähigkeit und immer wieder auftretenden Bewusstseinsstörungen. Bei einigen Erkrankten treten auch häufiger als bei anderen Demenzformen visuelle Halluzinationen auf. Sehr häufig treten bei der Demenz mit Lewy-Körperchen auch die für die Parkinson-Erkrankung typische motorische Störungen auf, was gehäuft zu Stürzen führt. Bei der Lewy-Körperchen Demenz besteht eine Überempfindlichkeit auf Neuroleptika, wodurch auf eine genaue Beobachtung und einen vorsichtigen Umgang mit solchen Medikamenten zu achten ist.

Die zweithäufigste Demenzform, die so genannte vaskuläre Demenz (das Gefäßsystem betreffend) hat durchblutungsbedingte Ursachen im Bereich des Gehirns. Hauptrisikofaktoren für eine vaskuläre Demenz sind Bluthochdruck und das Vorliegen von Diabetes. Das Gehirn wird aufgrund von Gefäßverengungen und –verstopfungen nicht ausreichend durchblutet. Dadurch werden Nervenzellen geschädigt und zerstört (Infarkte). Meist treten diese Hirninfarkte mehrfach auf und schädigen das Gehirn so weit, das eine Demenz ausgebildet wird. Man bezeichnet diese Art von Demenz als Multi-Infarkt-Demenz.

Eine vaskuläre Demenz ist im Gegensatz zur degenerativen Form meist durch einen plötzlichen Beginn gekennzeichnet und verläuft oft auch in Schüben. Zu Beginn ist das Kurzzeitgedächtnis gestört bei sonst meist erhaltener Persönlichkeit. Bei einer vaskulären Demenz liegt meist eine Störung des Affekts vor und schon früh können Gangstörungen, die zu erhöhter Sturzgefahr führen, auftreten.

Der Morbus Binswanger hingegen ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Beginn, was die Abgrenzung zur Alzheimer Demenz oft erschwert. Die Symptome gleichen einer vaskulären Demenz. Kennzeichnend ist beim Morbus Binswanger auch die Fluktuation der kognitiven Defizite.

Es gibt auch Demenzerkrankungen, die nicht eindeutig zugeordnet werden können. Diese Mischformen stellen ca. 15% der dementiellen Erkrankungen dar.

Darüber hinaus kann eine Demenz auch andere Ursachen haben. Der Erkrankung können bestimmte Ursachen wie die Parkinson-Krankheit (6%), hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion), Vitaminmangelerkrankungen (z.B. B12, Folsäure) oder langjähriger Alkoholmissbrauch (Korsakow-Syndrom) zu Grunde liegen.

Grundsätzlich gilt:
Sind die Ursachen behandelbar, können die Beeinträchtigungen eingeschränkt werden.


Verlauf der Alzheimer Demenz

Da die Alzheimer-Demenz, mit rund 50-70%, die häufigste Ursache der Demenzerkrankungen bildet, soll ihr Verlauf hier kurz dargestellt werden. Die Ausführungen sind keinesfalls als vollständig zu betrachten.



Die frühe Krankheitsphase:

Die Alzheimer-Demenz beginnt schleichend, d.h. allmählich kommt es zu Gedächtniseinbußen, Dinge werden verlegt, Termine, Absprachen vergessen usw. Erklärt werden solche Situationen mit altersbedingter Vergesslichkeit. Oft fangen Angehörige diese Schwierigkeiten auf, so dass das wahre Ausmaß der Beeinträchtigung kaum wahrgenommen wird. Die Erkrankten, wie auch die Angehörigen neigen meist dazu, die zunehmenden Beeinträchtigungen zu bagatellisieren und zu verdrängen.

Auch die Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit lässt nach. Zum Beispiel kann das neue Telefon trotz ausführlicher Anweisungen nicht bedient werden oder das Wasser für Tee wird zwar aufgesetzt, aber nicht aufgebrüht.
Die zunehmenden Wortfindungsstörungen führen dazu, dass Füllwörter („Dingsda“, „Du weißt schon…“) verwendet werden. Der Erkrankte beteiligt sich weniger an Gesprächen, weicht Fragen aus, die Sätze werden kürzer und er wiederholt sich in seinen Ausführungen. Geliebte Aktivitäten und Hobbies werden aufgegeben.
Da die Beeinträchtigungen in dieser Phase oft bewusst erlebt werden, können Depressionen und Suizidwünsche auftreten.
Da einige der ersten Symptome auch zum gesunden Leben und Altern gehören, hier noch ein Hinweis: Es geht nicht um das einmalige Vergessen oder Verlegen, sondern das immer häufigere Vorkommen solcher Ereignisse.


Die mittlere Krankheitsphase:

Die zunehmenden Gedächtnisstörungen führen zu Zuständen der Desorientiertheit (Verwirrtheit). Der Erkrankte kann den Wochentag, das Jahr, die Jahreszeit nicht einschätzen (zeitliche Desorientierung) oder er weiß nicht mehr, wo er ist bzw. wie er zum Ziel gelangt (räumliche Desorientierung).
An Ereignisse der jüngsten Vergangenheit wird sich zwar nicht erinnert, dem entgegen sind zurückliegende Ereignisse aus der Jugend und Kindheit lange präsent. Die Erkrankten stützen sich auf Erinnerungen der Vergangenheit, um die Gegenwart bewältigen zu können.
Die Angehörigen werden oft zu „Personen der Vergangenheit“ (Geschwister, Eltern) und die Verständigung wird zunehmend problematischer.
Trotz aller Schwierigkeiten ist es wichtig, mit dem Erkrankten angepasst (kurze, einfache Sätze) zu kommunizieren. Neben den Kommunikationsschwierigkeiten werden Verhaltensauffälligkeiten wie Bewegungsdrang, Abwehrverhalten usw. von betreuenden Angehörigen als belastend geschildert. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren und nach Strategien zu suchen, um mit Verhaltensauffälligkeiten besser umgehen zu können.
Die Bewältigung alltäglicher Aufgaben allgemein wird immer schwieriger. Der Erkrankte benötigt Unterstützung im Umgang mit Finanzen, Ernährung, Hygiene, Medikamenteneinnahme usw.



Die späte Krankheitsphase:

In der späten Krankheitsphase ist Unterstützung in allen Lebensbereichen (Ernährung, Hygiene, Ausscheidung usw.) notwendig. Es können auch Halluzinationen und wahnhafte Symptome auftreten. Die Sprache beschränkt sich auf einzelne Wörter oder versiegt ganz.
Die Menschen mit Demenz werden zunehmend pflegebedürftig (Bettlägerigkeit, Schluckstörungen usw.) und es besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die Alzheimer-Erkrankung allein führt nicht zum Tod, als die häufigsten Todesursachen aufgrund von Folgeerkrankungen gelten Lungenentzündung und Unterernährung.



Behandlungsmöglichkeiten

Medikamentöse Behandlung
Demenzerkrankungen sind heute noch nicht heilbar. Nach einer ausführlichen Diagnostik und dem Feststellen einer irreversiblen Demenz sollte bei der medikamentösen Behandlung immer die Lebensqualität aller Beteiligten im Mittelpunkt stehen.
Zu den anerkannten Medikamenten zählen sogenannte Antidementiva. Diese können den Krankheitsverlauf verzögern, aber nicht stoppen oder heilen. Wichtig beim Einsatz aller Medikamente ist die genaue Beobachtung der Wirkung und Nebenwirkungen. Die vorhandenen Fähigkeiten und die Lebensqualität des Erkrankten sollten nicht eingeschränkt werden.

Der allgemeine Gesundheitszustand sollte regelmäßig durch den Hausarzt überprüft werden, da der Erkrankte Beschwerden im fortgeschrittenen Stadium nicht äußern kann. Körperliche Beschwerden können zur Verschlechterung des geistigen Zustands führen und möglicherweise Ursache für Verhaltensauffälligkeiten wie beispielsweise permanentes Rufen sein.

Nichtmedikamentöse Hilfen
Über die medizinische Behandlung hinaus, gibt es zudem zahlreiche Möglichkeiten, den Erkrankten zu unterstützen.

Die Ergotherapie unterstützt Menschen, die in ihren Alltagsfähigkeiten eingeschränkt sind. Ergotherapie können Menschen mit Demenz auf Rezept erhalten.
Die Physiotherapie kann die körperlichen Auswirkungen einer Demenzerkrankung verzögern. Auf diese Weise kann gezielt beispielsweise Sturzprävention getätigt oder die Einschränkung der Beweglichkeit hinausgezögert werden.
Milieutherapeutische Ansätze werden umweltgestalterische Maßnahmen genannt, die dem Erkrankten soviel an Orientierung und Unterstützung wie möglich geben sollen. Das heißt, dass bei allen Vorsichtsmaßnahmen im Wohnumfeld, das Gewohnte erhalten werden soll. Des Weiteren können Notizzettel oder Bilder die Orientierung erleichtern, beispielsweise eine Telefonliste mit Foto.
Die Musik gilt als Königsweg in die Welt der Menschen mit Demenz. Auch wenn die Sprache kaum noch vorhanden ist, reagieren Menschen mit Demenz sehr deutlich auf Musik und äußern sich zum Teil wieder.
Ein wichtiger Bereich im Umgang mit demenzerkrankten Menschen stellt die Biografiearbeit dar. Hierbei geht es um das erlebte Leben – was hat ihn zu dem gemacht, der er heute ist? Wenn man die Vorlieben, Ängste und Fähigkeiten des Erkrankten kennt, besteht eher die Chance, seine Welt zu verstehen.
Ein weiterer wichtiger Zugang kann über Tiere geschaffen werden. Tieren gelingt es, auf der „richtigen“ Ebene den Menschen mit Demenz zu begegnen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Durch Emotionen und sinnliche Wahrnehmungen wie streicheln, berühren, Wärme und bedingungslose Akzeptanz vermitteln sie dem Erkrankten Geborgenheit, ein Gefühl des Angenommen- und Verstandenseins unabhängig von Aussehen, Verhalten oder kognitiven Leistungsfähigkeiten.

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15. Alzheimer Tag Thüringen
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